Neubaupreise und Baukosten 2026: Auswirkungen auf den Bestand
Der Neubau bleibt 2026 ein zentraler Faktor für die Preisbildung am Immobilienmarkt – auch in Kassel und Nordhessen. Zwar werden Neubauten nicht eins zu eins mit Bestandsimmobilien verglichen, doch Baukosten und Neubaupreise beeinflussen indirekt auch die Preisvorstellungen im Bestand. Ein Blick auf belastbare Zahlen hilft bei der Einordnung.
Baukosten 2025: Weiter steigende Neubaupreise
Laut Destatis lagen die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude im November 2025 um +3,2 %über dem Vorjahresmonat. ([Destatis][1])
Damit setzt sich der Trend moderater, aber anhaltender Kostensteigerungen im Bau fort. Besonders stark verteuerten sich einzelne Gewerke wie Ausbauarbeiten, während Rohbaukosten etwas stabiler blieben.
Diese Entwicklung wirkt sich mittelbar auf den Immobilienmarkt aus: Höhere Baukosten führen dazu, dass Neubauprojekte wirtschaftlich schwieriger kalkulierbar werden – sowohl für Bauträger als auch für private Bauherren.
Neubau in Kassel: Deutlich über dem Bestandsniveau
Der Immobilienmarktbericht 2025 der Stadt Kassel zeigt, wie stark sich Neubaupreise vom Bestand unterscheiden. Für Neubauwohnungen wird ein durchschnittlicher Kaufpreis von 5.351 € pro m² Wohnfläche ausgewiesen. ([Stadt Kassel][2])
Zum Vergleich: Bestandswohnungen lagen – je nach Baujahresepoche – zwischen 1.507 € und 2.561 € pro m².
Die Zahlen basieren überwiegend auf Kauffällen aus dem Jahr 2024 (Datenstand: 01.01.2025). Sie zeigen eine erhebliche Preisdifferenz zwischen Neubau und Bestand – teilweise mehr als das Doppelte pro Quadratmeter.
Beispielrechnung: Neubau vs. Bestand
Zur Einordnung ein vereinfachtes Rechenbeispiel mit 90 m² Wohnfläche:
- Bestand (Beispiel: 2.200 €/m²)
90 × 2.200 € ≈ 198.000 € - Neubau (Durchschnitt 5.351 €/m²)
90 × 5.351 € ≈ 481.590 €
Diese Gegenüberstellung ist keine Bewertung eines konkreten Objekts, sondern verdeutlicht die Größenordnung der veröffentlichten Kasseler Marktdaten. In der Praxis spielen zusätzlich Lage, Ausstattung, Energieeffizienz, Stellplätze oder Hausgeld eine Rolle.
Auswirkungen auf den Bestandsmarkt 2026
Was bedeutet das für 2026?
Hohe Baukosten und teure Neubaupreise können dazu führen, dass Bestandsimmobilien preislich als „Alternative“ wahrgenommen werden. Gerade modernisierte Objekte mit guter energetischer Qualität bewegen sich häufig deutlich unter Neubaupreisen, ohne zwingend erhebliche Komforteinbußen zu haben.
Gleichzeitig bleibt zu berücksichtigen: Neubauten erfüllen aktuelle energetische Standards und bieten langfristig oft geringere Instandhaltungsrisiken. Bestandsimmobilien können dagegen Modernisierungsbedarf mit sich bringen, was in der Gesamtkalkulation berücksichtigt werden sollte.
Die Neubaukrise – sichtbar an rückläufigen Baugenehmigungen in Deutschland – verstärkt diesen Effekt zusätzlich. Laut Destatis sank die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen im Jahr 2024 deutlich gegenüber den Vorjahren. ([Destatis][3]) Ein geringeres Neubauangebot kann mittelfristig die Angebotsstruktur im Bestand beeinflussen.
Fazit
2026 bleiben Neubaupreise in Kassel deutlich über dem Niveau von Bestandsimmobilien. Steigende Baukosten und geringere Neubautätigkeit verändern die Marktstruktur, ohne jedoch automatisch steigende Bestandspreise zu garantieren. Entscheidend bleibt die individuelle Qualität des Objekts – insbesondere Lage, Zustand und energetischer Standard.
Quellen
- Destatis: Baupreise für Wohngebäude, November 2025: +3,2 % gegenüber Vorjahr –
https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Preise/Baupreise-Immobilienpreisindex/_inhalt.html ([Destatis][1]) - Stadt Kassel / Gutachterausschuss: Immobilienmarktbericht Stadt Kassel 2025 (Kauffälle 2024, Stand 01.01.2025) –
https://www.kassel.de/service/media/Dateien_und_Verzeichnisse/immobilienmarktberichte/Immobilienmarktbericht-Stadt-Kassel-2025.pdf ([Stadt Kassel][2]) - Destatis: Baugenehmigungen 2024 – Rückgang im Wohnungsbau –
https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bauen/_inhalt.html ([Destatis][3])


