Immobilienmarkt Kassel 2026: Was die aktuellen Daten wirklich zeigen
Der Immobilienmarkt wirkt 2026 vielerorts „ruhiger“ als in den Boomjahren – aber ruhig heißt nicht einheitlich. Gerade in Kassel entscheidet oft die Kombination aus Lage, Zustand und energetischer Qualität darüber, wie ein Angebot am Markt aufgenommen wird. Ein Blick in belastbare Daten hilft, diese Unterschiede einzuordnen.
Deutschland 2025: Wieder steigende Preise – aber regional unterschiedlich
Bundesweit sind die Wohnimmobilienpreise im 3. Quartal 2025 im Durchschnitt um +3,3 % gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen. Gegenüber dem Vorquartal legten sie um +1,0 % zu. Damit stiegen die Preise laut Destatis zum vierten Mal in Folge gegenüber dem jeweiligen Vorjahresquartal.
Für Kassel bedeutet das nicht automatisch „gleiches Wachstum“ – aber es zeigt: Der Markt war 2025 bundesweit eher in einer moderaten Erholungsbewegung als in einem flächendeckenden Preisrückgang.
Parallel dazu bleiben Baukosten ein Thema: Die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude lagen im November 2025 bei +3,2 % gegenüber November 2024 (Destatis). Das wirkt häufig indirekt auf den Bestand, weil Neubaupreise und Neubauknappheit die Vergleichslogik am Markt beeinflussen können.
Kassel: Neubau deutlich teurer als Bestand – und 2024 mit klaren Bewegungen
Sehr konkret wird es im Immobilienmarktbericht 2025 der Stadt Kassel (Gutachterausschuss). Dort wird beschrieben, dass sich die Kaufpreise pro Quadratmeter je nach Baujahresepoche unterschiedlich entwickelt haben. Für Bestandswohnungen nennt der Bericht Kaufpreise (je nach Baujahr) zwischen 1.507 € und 2.561 € pro m² Wohnfläche. Neubauten lagen im Durchschnitt bei 5.351 € pro m².
Auch die Veränderungsraten sind interessant: Im Neubausegment seien die Preise gegenüber dem Vorjahr um +10,6 % gestiegen (bei gleichzeitig steigender Zahl der Kauffälle). Im Bestand waren die Preise laut Bericht in allen Baujahresepochen rückläufig; bei sehr alten Baujahren (bis 1918) wird sogar ein Rückgang von 17,2 % genannt.
Wichtig dabei: Der Kasseler Bericht 2025 bezieht sich in der Marktauswertung schwerpunktmäßig auf Kauffälle aus 2024 (Stand des Berichts: 01.01.2025).
Beispielrechnung: Was bedeutet der Abstand zwischen Bestand und Neubau?
Nehmen wir eine Wohnung mit 90 m² Wohnfläche als einfache Vergleichsgröße:
- Bestand (Beispiel: 2.200 €/m² innerhalb der genannten Spanne): 90 × 2.200 € ≈ 198.000 €
- Neubau (Durchschnitt 5.351 €/m²): 90 × 5.351 € ≈ 481.590 €
Das ist keine Preisprognose für ein konkretes Objekt, sondern zeigt nur die Größenordnung, die aus den veröffentlichten Kasseler Marktdaten ableitbar ist. In der Praxis hängt der Marktpreis immer an Mikrolage, Zustand, Hausgeld/WEG-Themen (bei ETW) und Modernisierungsstand.
Fazit
Für 2026 lässt sich aus den Daten vor allem eines ableiten: Der Markt ist weniger „ein Kurvenverlauf“, sondern stärker ein Nebeneinander unterschiedlicher Segmente. Bundesweit zeigen sich 2025 wieder moderate Preissteigerungen, während Kasseler Marktdaten gleichzeitig eine sehr deutliche Spreizung zwischen Neubau und Bestand sowie unterschiedliche Entwicklungen nach Baualter sichtbar machen.
Quellen
- Destatis: Preise für Wohnimmobilien im 3. Quartal 2025: +3,3 % zum Vorjahresquartal (23.12.2025) – https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/12/PD25_470_61262.html
- Stadt Kassel / Gutachterausschuss: Immobilienmarktbericht Stadt Kassel 2025 (PDF) – https://www.kassel.de/service/media/Dateien_und_Verzeichnisse/immobilienmarktberichte/Immobilienmarktbericht-Stadt-Kassel-2025.pdf
- Destatis: Bau- und Immobilienpreisindex / Baupreise (Neubau Wohngebäude, Nov 2025: +3,2 %) – https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Preise/Baupreise-Immobilienpreisindex/_inhalt.html

